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Medieninformation Tierhaltung

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Thüringer Bauernverband e.V. (TBV) fordert neuen gesellschaftlichen Konsens zur Tierhaltung

Stellungnahme des TBV zur Medienberichterstattung über die Ergebnisse der Veterinäramtskontrollen in der Schweinezuchtanlage in Aschara

Mit Erschrecken und Enttäuschung haben wir im Thüringer Bauernverband e.V. die Berichte über die Ergebnisse amtstierärztlicher Kontrollen in der Schweinehaltung der ADIB in Aschara zur Kenntnis genommen. Verstöße gegen den Tierschutz und gegen gesetzliche Bestimmungen sind nicht zu rechtfertigen. Auch Managementfehler können das Leid der Tiere nicht entschuldigen. Tierhalter tragen die Verantwortung für ihre Tiere. Die Ereignisse in Aschara sind ein schwerer Rückschlag für unsere Arbeit an den Tierhaltungsbedingungen und für unseren Dialog mit der Gesellschaft. 

Unsere Tierhalter arbeiten seit Jahren an der Kante der Unwirtschaftlichkeit. Höhere Anforderungen der Gesellschaft und des Lebensmitteleinzelhandels werden von den Preisen nicht honoriert. Wie in jeder Wirtschaft führt das auch in der Landwirtschaft zu Kostenreduzierung in jedem Bereich. Gelingt die Kostenreduzierung nicht, verschwindet der Betrieb. Höhere Erlöse durch besondere Qualität des Erzeugnisses lassen sich am Markt nicht realisieren. 

Die Diskussion in der Gesellschaft und die Art und Weise der Kontrollen führen zu größtmöglicher Verunsicherung unserer Tierhalter. Investitionen werden nicht mehr durchgeführt. Die übergroße Mehrheit der Tierhalter, deren Tierhaltung in Ordnung ist, ist sehr selten in der Medienberichterstattung zu sehen.

Kontrollen werden mit deutscher Gründlichkeit durchgeführt. Das ist gut so. Der TBV fordert, dass die Kontrollen der Veterinärämter nach einem allgemein gültigen Rahmen erfolgen, um Unterschiede zwischen Kreisen und Ländern zu vermeiden.

Wir brauchen einen neuen gesellschaftlichen Konsens über Tierhaltung in Deutschland. Es muss anerkannt werden, dass Lebensmittelqualität und Tierwohl ihren Preis haben. Fakt ist, dass der Marktpreis um 25 Prozent steigen müsste, will man steigende Anforderungen der Gesellschaft erfüllen. Dieser Zielkonflikt zwischen Wirtschaftlichkeit und steigenden Anforderungen an die Tierhaltung muss gelöst werden. Bisher liegen dazu keine geeigneten Diskussionspapiere vor. Wird dieser Konflikt nicht gelöst, wandert die Tierhaltung in Regionen ab, wo nicht mit deutscher Gründlichkeit kontrolliert wird. Damit ist weder den Tieren noch dem Verbraucherschutz geholfen. 

Dr. Klaus Wagner
Präsident des Thüringer Bauernverbandes e.V.

 

Kontakt: 

   
Axel Horn    
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thüringer Bauernverband e. V.
Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt
Telefon:
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0361 / 26253-229
0361 / 26253-225
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