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Medieninformation Erneuter Wolfsriss

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Erneuter Wolfsriss: Kein Naturschutz zu Lasten der Schäfer 

Berufsverbände fordern Entschädigung und konsequente Umsetzung des Wolfsmanagementplanes

Am gestrigen Tag, den 6. September, hat ein Wolf in Ohrdruf erneut mehrere Schafe gerissen. Die Schutzmaßnahmen haben nichts geholfen, da es dem Wolf gelang, einen 1,50 Meter hohen Elektrozaun zu überspringen. Mit dem gestrigen Angriff hat sich die Anzahl der toten Schafe und Ziegen in diesem Gebiet seit Juli auf über 65 Tiere erhöht. Der Landesverband Thüringer Schafzüchter e.V.und der Thüringer Bauernverband e.V. fordern neben einer realistischen Entschädigung auch die konsequente Umsetzung des Wolfsmanagementplanes, wozu auch die Freigabe von Wölfen für den Abschuss gehört. Es darf keinen Naturschutz zu Lasten der Schäfer geben.

Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund hatte zuletzt in ihrer Regierungserklärung am 1. September im Thüringer Landtag den Abschuss von Wölfen als Straftat angeprangert und ignorierte damit den „Managementplan für den Wolf in Thüringen“ aus ihrem Ministerium. Der Managementplan lässt nämlich den Abschuss von auffälligen Wölfen ausdrücklich zu.

Hierin zeigt sich die inkonsistente Politik des Thüringer Umweltministeriums in Fragen der Wiederansiedlung des Wolfes in Thüringen und den daraus erwachsenden Folgen für die Landwirtschaft. Konsequenz dieser Politik wird es sein, dass vordringlich die Berufsgruppe der Schäfer in den wirtschaftlichen Ruin getrieben wird. Hintergrund ist, dass es in den letzten vier Wochen zu acht Wolfsangriffen auf Schafe und Ziegen im Gebiet der Ohrdrufer Muschelkalkplatte kam. Dabei wurden mehr als 65 Schafe und Ziegen von acht Tierhaltern getötet oder so verletzt, dass eine Nottötung angeordnet werden musste. Die zuständigen Behörden sprechen von einem einzigen nachgewiesenen Wolf der, was ungewöhnlich ist, an vier aufeinanderfolgenden Tagen vier Risse an drei Herden verursachte.

Die aktuellen Präventionsmaßnahmen, Förder- und Entschädigungsmöglichkeiten sind ein Tropfen auf den heißen Stein und verbessern die Lage der Schäfer im betroffenen Gebiet nicht. Bürokratismus und Behördenstrukturen stehen einer zügigen Lösung der Probleme im Weg. Thüringen ist gegenüber der EU verpflichtet, in den sogenannten Flora-Fauna-Habitat Gebieten (FFH) u.a. Offenland-Lebensräume zu bewahren. Der Schäfer ist ein wichtiger Akteur dabei, weil die Beweidung durch Schafe die Wiesen und Weiden offen hält. Durch die unbeirrte Ignoranz, den Wolf in Ohrdruf um jeden Preis zu halten, wird es für die Schäfer fast unmöglich, ihre Arbeit in bewährter Weise aufrechtzuerhalten. Durch den notwendigen zusätzlichen Herdenschutz stehen die Schäfer vor der Belastungsgrenze. Die entstehenden Folgekosten werden nicht erstattet. Hinzu kommt die psychische Belastung jeden Morgen, wenn man schauen muss, ob die Herden diese Nacht verschont geblieben sind. 

Siegesmund riskiert damit zudem EU-Sanktionen aufgrund der Nichterfüllung von Naturschutzzielen. All dies ist einem unzureichenden Wolfsmanagement geschuldet. Die Forderungen der Berufsverbände, des Landesverbandes Thüringer Schafzüchter e.V.und des Thüringer Bauernverbandes e.V., sind eindeutig: Sofortiger Ausbau des Wolfs-Monitorings in Thüringen, volle Entschädigung aller Kosten, inklusive aller Folgekosten, die durch den Wolf entstehen, Entnahme von Wolfshybriden und Problemwölfen bei erfolgloser Vergrämung.

Der Schutz der Weidetiere muss vor dem Wolfsschutz stehen. Die Schäfer können nur dann ihren Beitrag zur Grünlandpflege, dem Biotop- und Artenschutz leisten, wenn ausreichend Schafe und Ziegen zur Verfügung stehen. Die derzeit schlechte betriebswirtschaftliche Situation der Haupterwerbsschafhaltung wird durch die Wolfsübergriffe bedeutend verschärft. Bei der ersten Schäferdemonstration gegen den Wolf am 28. August an der B 247 bei Schwabhausen war von einigen Teilnehmern zu hören, dass sie ernsthaft über die Aufgabe der Schafhaltung bei weiteren Wolfsübergriffen nachdenken.

 

Kontakt: 

   
Axel Horn    
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thüringer Bauernverband e. V.
Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt
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