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Aktuell

Krisensitzung zum Umgang mit dem Wolf in Thüringen

Nach zwölf Wolfsangriffen auf Schafe und Ziegen in den letzten sieben Wochen ist die Geduld der Schäfer am Ende. Um die weitere Vorgehensweise gemeinsam abzustimmen, luden die Schäfer Alf Schmidt und Siegmar Arnoldt, Vorstandsvorsitzender der Agroland e.G. Thörey, als betroffene Tierhalter am vergangenen Freitag nach Sülzenbrücken zu einer Krisensitzung ein. Über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten in einer emotionsgeladenen Atmosphäre die Folgen der Wolfsansiedelung in Thüringen und formulierten ihre Forderungen an das Umweltministerium. 

Mit der finanziellen Unterstützung beim Kauf von Schutzzäunen und der Entschädigung für gerissene Tiere ist es bei weitem nicht getan. Insbesondere die Folgeschäden durch Verlammung und Leistungsabfall bei Milchschafen und Ziegen sowie die Übernahme der Haftpflichtversicherung bei Unfällen, die durch Wolfsangriffe ausgelöst werden, sind zu klären. Zusätzlich wurde die Verbesserung des Wolfsmonitorings auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf gefordert. Ein Hindernis für die Entschädigung stellt die de-minimis-Regelung dar, da bereits mit dem Kauf der Zäune die Fördergrenze erreicht ist. Die tierhaltenden Betriebe fordern daher, dass diese Regelung im speziellen Fall der Wolfsentschädigung ausgesetzt wird. Auch die überbordende Bürokratie wurde angesprochen. Für jedes gerissene Tier sei derzeit ein siebenseitiges Rissprotokoll auszufüllen, berichten die betroffenen Schäfer. Eine Arbeitsgruppe in der sowohl die Berufsverbände als auch Schäfer und Vertreter anderer weidetierhaltender Betriebe mitarbeiten, soll nun die Ergebnisse der Beratung zusammenfassen und dem Umweltministerium zeitnah einen Forderungskatalog übergeben. Wer den Wolf will, muss auch für die Schäden bei den Tierhaltern aufkommen, so das Fazit der Beratung.

Foto: Pixabay
2017  Thüringer Bauernverband e.V.