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Medieninformation: EuGH-Urteil zur Nitratrichtlinie

Kategorie: Presse
Erstellt: Freitag, 22. Juni 2018 12:36
Geschrieben von Axel Horn
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Das Urteil wurde von der Wirklichkeit überholt. Thüringer Landwirte halten bereits heute Vorgaben ein


Das gestern veröffentlichte Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur unzureichenden Umsetzung der Nitratrichtlinie ist aus Sicht des Thüringer Bauernverbandes e.V. (TBV) bereits von der Wirklichkeit überholt worden. Es basiert auf alten Daten, Messnetzen und Messergebnissen und berücksichtigt weder die geltende Gesetzeslage im Düngerecht noch die vorhandenen Anstrengungen der heimischen Landwirtschaft.
In Thüringen stellt sich die Situation zudem deutlich besser dar, als in anderen Bundesländern: So wird im Freistaat der Schwellenwert von 50 mg Nitrat/l lediglich an vier Prozent der Thüringer Messstellen in Fließgewässern überhaupt überschritten. Auch die Nitratbelastungen im Grundwasser sind laut Thüringer Monitoring schon länger rückläufig und Überschreitungen lediglich an elf Prozent der Messstellen festzustellen.
Die Thüringer Landwirtschaft hat an diesem positiven Ergebnissen ihren Anteil:

So halten die Thüringer Landwirtschaftsbetriebe bereits heute im Durchschnitt den von alter und neuer Düngeverordnung geforderten Bilanzwert bezüglich Stickstoff ein, wie eine Analyse des Forschungszentrums Jülich im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) ergab. Die Ergeb-nisse zeigen außerdem, dass Thüringen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt weit unterdurchschnittliche Stickstoffbilanzüberschüsse aufweist.
Das aktive und freiwillige Engagement der Thüringer Landwirte im Gewässer- und Erosionsschutz zeigt sich beispielhaft in den fünf Thüringer Gewässerschutzkooperationen, in denen sich seit dem Jahr 2009 Thüringer Landwirte zusammengeschlossen haben, um potentielle Nährstoffausträge in Grund- und Oberflächenwasser zu reduzieren. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit landwirtschaftlicher Unternehmen mit kompetenten Beratungsunternehmen ist es effektiv gelungen, das Nitratauswaschungsrisiko zu mindern und Stickstoffüberschüsse signifikant zu senken.
Das seit letztem Jahr geltende neue Düngerecht mit umfassenden Restriktionen beeinflusst darüber hinaus erheblich das Düngungsmanagement aller deutschen Landwirte. Allerdings werden die Anstrengungen der Landwirtschaft, auch wenn sie bereits heute greifen, nur langfristig messbar sein, da die zugrundeliegenden Prozesse Jahre und Jahrzehnte dauern.

Hintergrund:
An vier Prozent der Thüringer Messstellen in Fließgewässern wird der Schwellenwert in Höhe von 50 mg Nitrat/l überschritten. Von den 124 Thüringer Oberflächengewässern weisen 11 erhöhte Belastungswerte auf.
Deutschlandweit wurde das Qualitätsziel der Nitratrichtlinie in Höhe von 50 mg/l Nitrat im Berichtszeitraum 2011 bis 2014 an allen ausgewerteten Oberflächengewässer-Messstellen (LAWA-Messstellennetz) eingehalten (siehe Nitratbericht 2016 des BMUB/BMEL). An rund 89 Prozent der Messstellen, die der Berichterstattung an die Europäische Umweltagentur dienen und an denen die Nitratbelastung der Fließgewässer regelmäßig untersucht wird (LAWA-Messstellennetz), zeigt sich ein abnehmender Trend.
Für das Grundwasser zeigt das Thüringer Monitoring an 11 Prozent der Messstellen Nitratbelastungen größer 50 mg/l bzw. 37,5 mg/l mit steigendem Trend. Dies betrifft 15 von 60 Grundwasserkörper. Bezogen auf die Fläche der Grundwasserkörper in Thüringen sind laut Thüringer Landesprogramm Gewässerschutz die Nitratbelastungen prozentual von 2009 zu 2015 zurückgegangen.
Deutschlandweit werden laut Nitratbericht an 72 Prozent aller untersuchten Grundwassermessstellen des deutschen EU-Nitratmessnetzes die Schwellenwerte für Nitrat eingehalten. Im Vergleich des aktuellen (2012-2014) mit dem vorhergehenden Beobachtungszeitraum (2008-2011) überwiegt der Anteil der Messstellen, bei denen eine Abnahme der Nitratkonzentrationen festgestellt werden konnte gegenüber dem Anteil der Messstellen, bei denen zunehmende Nitratgehalte zu beobach-ten sind.

Kontakt:


Katja Förster

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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