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Medieninformation: Erntepressekonferenz 2019

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Die Folgen des Klimawandels treffen ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte gleichermaßen

Thüringer Bauernverband und das Thüringer Landwirtschaftsministeriums stellen gemeinsam Ernteergebnisse vor

Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes (TBV) Dr. Klaus Wagner und die Thüringer Landwirtschaftsministerin Birgit Keller präsentierten am 2. September auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Mellingen eG der Öffentlichkeit die diesjährigen Thüringer Ernteergebnisse.

Die Ernte in Thüringen ist zum jetzigen Zeitpunkt weitestgehend abgeschlossen. Regional sehr unterschiedliche Niederschlagsmengen, große Hitze und Trockenheit haben in diesem Jahr die hiesige Ernte geprägt, deren Erträge und Qualitäten stark beeinflusst. Bei den Landwirten zeige sich thüringenweit ein insgesamt zwiespältiges Bild, so Wagner. Insbesondere das Frühjahr sei deutlich zu trocken gewesen, so dass das Bodenwasserdefizit, welches durch Dürre 2018 entstanden war, regional nochmals größer wurde, so Wagner weiter. Durch die Trockenheit verdorrten im Laufe des Frühjahrs vielerorts die anfänglich gut entwickelten Bestände. Dies spiegelt sich auch in den Erträgen wider – sie seien besser als im Vorjahr, das noch trockener war, liegen aber auch heuer weit unter dem langjährigen Durchschnitt, so die Bewertung des Bauernpräsidenten. Die Abhängigkeit der Ernteergebnisse von aktuellen Niederschlägen war enorm. Dementsprechend fielen die Erträge regional, sogar lokal, extrem unterschiedlich aus. „Wo Regen fiel, sieht es noch gut aus, wo kein Regen kam, war aufgrund des fehlenden Wassers im Boden nichts zu gewinnen und die Erträge geringer als 2019“, so Wagner.

Die langanhaltende Trockenheit kann für Wagner ein Symptom des Klimawandels sein, auf den sich auch die Thüringer Landwirtschaft einstellen muss. „Was wir hier sehen, ist eine Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels. Sie trifft alle Landwirte gleichermaßen: Sowohl ökologisch als auch konventionell wirtschaftende Landwirte müssen sich den neuen Herausforderungen stellen.“ so Wagner. Auch im ökologischen Landbau sind die Ernteerträge etwas besser als im Vorjahr ausgefallen, liegen aber insbesondere beim Winterweizen weit unter dem Mittel der letzten Jahre. Die Mindererträge fallen infolge der insgesamt geringeren Erträge im Ökolandbau (ca. 45 bis 65 Prozent der konventionellen Erträge) absolut zwar etwas niedriger aus als in der konventionellen Landwirtschaft, führen aber durch die höheren Preise zu finanziellen Folgen in vergleichbarer Höhe wie bei konventionell wirtschaftende Landwirten, so der Bauernpräsident bei der Bewertung der Ergebnisse des ökologischen Landbaus.

Um sich dem Klimawandel erfolgreich zu stellen, sei, so die Forderung Wagners, sowohl Unterstützung beim Risikomanagement (Mehrgefahrenversicherung, steuerfreie Risikorücklage) als auch ein Ausbau der Forschung zu Anbauverfahren und Züchtung trockenheitstoleranter Sorten nötig. Die Landwirte müssen ihrerseits ihre Prozessabläufe stärker mit meteorologischen Daten verknüpfen, was verstärkte Investitionen in Digitalisierung (schnelles Internet, Computergesteuerte Maschinen usw.) bedeute, so Wagner. „Hierfür brauchen wir aber auch eine entsprechende digitale Infrastruktur mit 5G an wirklich jeder Milchkanne.“

Foto: A. Horn; (v.l.) Landwirtschaftsministerin Birgit Keller, TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner und Lutz Streiber auf der Erntepressekonferenz in Mellingen

Kontakt

 

Axel Horn                                                                  

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thüringer Bauernverband e.V.
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