Aktuell

Medieninformation: Agrarpaket

Kategorie: Presse
Erstellt: Freitag, 06. September 2019 07:52
Geschrieben von Axel Horn
PDF-Download Medieninformation

Beschlossenes Agrarpaket: Verlierer sind Landwirte und Umwelt gleichermaßen

Der Thüringer Bauernverband (TBV) kritisiert das im Bundeskabinett beschlossene Gesetzespaket für Tier- und Umweltschutz scharf. Insbesondere die Erhöhung der geplanten Umschichtung von deutschlandweit ca. 75 Millionen Euro aus der ersten Säule der europäischen Direktzahlungen in die zweite Säule sind für die Thüringer Landwirte problematisch: „Die Gelder aus der ersten Säule sind entscheidend für uns aber auch für die Umwelt, da diese Mittel direkt bei den Landwirten ankommen“, so Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes. Mittel der zweiten Säule erreichen demgegenüber die Landwirte häufig nicht. Sie können stattdessen für einen Strauß an Maßnahmen verwendet werden, die am Ende den Landwirten nicht helfen, die notwendigen Umweltmaßnahmen umzusetzen. Zudem sei völlig unklar, so Wagner, wofür die jetzt umgeschichteten Mittel verwendet werden sollen: „Nach der Dürre 2018 und der unterdurchschnittlichen Ernte 2019 sind wir auf jeden einzelnen Euro angewiesen. Deswegen lehnen wir die beschlossene Erhöhung der Umverteilung von Geldern der ersten in die zweite Säule entschieden ab. “

Zusammen mit dem im Gesetzespaket enthaltene Aktionsprogramm Insektenschutz und dem Beschluss des Ausstieges aus der landwirtschaftlichen Glyphosatanwendung steigen die Belastungen der Thüringer Landwirte enorm. Im gleichen Maße wie die Belastungen steigen, sinken die Möglichkeiten der Landwirtschaftsunternehmen mehr für Umwelt- und Artenschutz zu tun. „Will man etwas für die Umwelt tun, muss man die Landwirte unterstützen und sie nicht wirtschaftlich ruinieren“, so der Bauernpräsident. Statt dem Umweltschutz zu fördern, erhöhe das Gesetzespaket die Kosten für die Landwirtschaft, die keine Möglichkeit habe, diese Mehrkosten am Markt mit höheren Preisen zu erlösen. In der Folge steige der Druck zur Rationalisierung und Intensivierung. Wo das nicht möglich ist, werde die Landwirtschaft in Deutschland und Thüringen schrumpfen. „Unsere Lebensmittel werden dann verstärkt aus dem Ausland importiert werden, die dort mit genau den Mitteln erzeugt werden, die wir hier für unerwünscht erklärt haben. Damit exportieren wir unsere Probleme in andere Weltregionen und verlieren gleichzeitig die Souveränität über die Erzeugung unserer Lebensmittel. Am Ende sehen wir wieder Bilder wie aktuell aus der Amazonasregion und vergessen dabei, dass wir hier mit unseren überzogenen Anforderungen an die heimische Landwirtschaft einen großen Anteil an dieser Zerstörung haben. Dem Weltklima ist damit nicht geholfen“, so Wagner.

Wagner sieht daher die politische Verantwortlichen in der Pflicht, die heimische Landwirtschaft zu erhalten. „Alle Maßnahmen müssen ganzheitlich gedacht, ihre ökologischen und ökonomischen Folgen berücksichtigt werden, denn nur gesunde Landwirtschaftsbetriebe können überhaupt einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Tut man das nicht, verlieren wir alle und die Umwelt gleichermaßen.“

 

Kontakt

 

Axel Horn

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Thüringer Bauernverband e. V. | Alfred-Hess-Straße 8 | 99094 Erfurt
Telefon:               +49 361 262 532 28
Mobil:                  +49 1520 1893 493
E-Mail:                 axel.horn@tbv-erfurt.de