Aktuell

Corona-Virus: Gesundheitsämter ohne Notfallpläne für Landwirtschaftsbetriebe

Kategorie: Aktuell
Erstellt: Montag, 09. März 2020 14:42
Geschrieben von Axel Horn

In Deutschland steigt die Zahl der Infizierungen mit dem Coronavirus stetig. Sind Personen erkrankt, werden diese sowie alle möglichen Kontaktpersonen 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Der Thüringer Bauernverband (TBV) hat bei den Gesundheitsämtern nachgefragt, wie speziell landwirtschaftliche Betriebe mit solch einer Situation umgehen sollen. Das Ergebnis zeigt: Die Isolierung der Menschen steht an erster Stelle, auch bei Verdachtsfällen und Kontaktpersonen. Die Betriebe werden aufgefordert, selbst entsprechende organisatorische Vorkehrungen zu treffen. Dies bedeutet entweder Kohorten zu bilden oder aber die Leute nicht zusammen arbeiten zu lassen, soweit dies möglich ist. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat auf Grundlage des Szenarios einer Influenza-Pandemie ein „Handbuch betriebliche Pandemieplanung“ für Unternehmen erarbeitet, dessen konkrete Empfehlungen zur Vorsorge bei einem Pandemie-Risiko auch im Hinblick auf die Lage beim Coronavirus übertragbar sein dürften. Das auf der BBK-Website www.bbk.bund.de herunterzuladende Handbuch könnte eine hilfreiche Grundlage für Unternehmen darstellen: https://bit.ly/2xfNHKk

Weitere Hinweise für Unternehmen bietet die Kurzdarstellung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Betriebliche Pandemieplanung“: https://bit.ly/2PMmlSv. Die aktuelle Risikobewertung und Antworten auf häufig gestellte Fragen sind auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts zu finden: https://t1p.de/t87y. Es ist ebenfalls zu beachten, dass in Thüringen Kontakte der Gesundheitsämter zu den jeweiligen Veterinärämtern nicht in allen Fällen gegeben sind. Jedes Unternehmen sollte daher seinen Amtstierarzt, wenn dieser vor Ort ist, auf das Problem hin ansprechen. Über das Landratsamt Weimarer Land ist auch die obere Veterinärbehörde über die besondere Sachlage in landwirtschaftlichen Unternehmen informiert. Aus Sicht des TBV gilt es jetzt, sich eigene organisatorische Maßnahmen zu überlegen und die Entwicklung abzuwarten. Es ist anzunehmen, dass sich mit Häufung der Fälle auch die Reaktionen der Gesundheitsämter anpassen werden.