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Durchschnittliche Ernte bei miserablen Preisen

Kategorie: Aktuell
Erstellt: Dienstag, 08. September 2015 06:02
Geschrieben von Förster, Katja

Am 07. September stellten der Präsident des Thüringer Bauernverbandes e.V. und Thüringens Landwirtschaftsministerin die Ernteergebnisse 2015 vor.

Durch die gute Bodenfeuchte im September und Oktober 2014 war eine rasche und kräftige Vorwinterentwicklung der Thüringer Getreidebestände möglich. Durch den anschließenden milden Winter konnten die Bestände gut überwintern.

Trockenheit kennzeichnete die diesjährigen Anbaubedingungen, wodurch die Bestandsdichten bei den Sommerungen gering waren. Die anschließenden Juliniederschläge waren für Winterweizen noch wirksam, die Hitze beschleunigte jedoch die Abreife, daraus resultierend entwickelten sich kleine oder teilweise Schmachtkörner. Insgesamt fallen die Getreideerträge in Thüringen niedriger (rund 12 Prozent) als im Vorjahr und zwei Prozent höher zum Mittel der letzten fünf Jahre aus.

 

„Regional gibt es große Unterschiede in den Ernteergebnissen. Insgesamt erwarteten die Thüringer Landwirte große Verluste. Mit Beginn der Ernte zeigte sich jedoch, dass sich die Befürchtungen einiger Kreise nicht bewahrheiten sollten. So ist der Osten sicher zufriedener als der Westen oder der Süden“, so das Fazit von Bauernverbandspräsident Helmut Gumpert auf der heutigen Erntepressekonferenz auf dem Gelände der Agrargesellschaft Griesheim mbH im Ilm-Kreis.

Die durchschnittliche Ernte wird getrübt durch die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte. „Diese sind im Vorjahresvergleich auf breiter Front massiv eingebrochen. Den Landwirten bereitet die aktuelle Marktentwicklung sehr große Sorgen“, so Gumpert weiter. Laut Deutschen Bauernverband beträgt der Erlöseinbruch rund ein Drittel der Nettowertschöpfung der gesamten Landwirtschaft, also der landwirtschaftlichen Einkommen.

Gastgeber der diesjährigen Erntepressekonferenz, Rainer Ackermann, Geschäftsführer der Agrargesellschaft Griesheim, hat mit seinem Betrieb insgesamt eine unterdurchschnittliche Ernte eingefahren. Neben den schlechten Preisen beim Getreide lassen ihn auch die derzeitigen Erzeugerpreise für Fleisch und Milch um seine und die Existenz seiner Mitarbeiter bangen. „Zu den enormen Preiseinbrüchen kommen Bürokratie und Auflagen, die uns zusätzlich belasten. Ich kann die Schweinhaltung noch nicht aufgeben, weil viele Arbeitsplätze daran hängen, aber Auflagen, Aufwand und das, was ich in das Tierwohl in den letzten Jahren investiert habe, steht in keinem Verhältnis zu dem, was ich am Ende für das Fleisch und die Milch bekomme“, so Ackermann zur Pressekonferenz.

Anfang September jeden Jahres verkündet der Thüringer Bauernverband e. V. die Ernteergebnisse der Thüringer Landwirte und schildert die momentan Lage und Situation der Landwirtschaft.