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Medieninformation: Getreideproduktion kann Verbrauch nicht decken

Erneute Änderung der Düngeverordnung sorgt folglich für Unverständnis im Berufsstand

Die UN-Welternährungsorganisation (FAO) in Rom teilte kürzlich mit, dass die weltweit produzierte Getreidemenge den Verbrauch im Erntejahr 2018/19 nicht decken kann. Laut Schätzungen werden knapp 30 Millionen Tonnen mehr verbraucht, als erzeugt werden. Eine Ursache ist die extreme Dürre im letzten Jahr in Deutschland, aber auch in weiten Teilen Europas und Russlands. Allein in Europa ist ein Ertragsausfall von rund 6 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen. Die Produzenten von Brot und anderen Getreideerzeugnissen in Deutschland reagierten indes mit Preissteigerungen um 6,3 Prozent, dennoch wird es keine Verknappung bei der Versorgung mit Getreideerzeugnissen geben, da die Getreideläger- und speicher weltweit gut gefüllt sind. Die Landwirtschaft muss sich langfristig auf wiederkehrende Trockenperioden einstellen.

Die Defizite im Wasserhaushalt aufgrund der Dürre 2018 sind in weiten Teilen Thüringens noch immer nicht überwunden und führen bereits vereinzelt zu Verzögerungen beim Wachstum der Kulturen. Der erlösende Regen ist bissweilen nicht in Sicht. „Da erscheint die derzeit geführte Diskussion, um eine erneute Änderung der Düngeverordnung als wenig konstruktiv und sorgt für Aufregung und Unverständnis im Berufsstand“, so Katrin Hucke, Hauptgeschäftsführerin des Thüringer Bauernverbandes e.V. (TBV). Die von der Bundesregierung an die Europäische Kommission übermittelten Vorschläge, würden langfristig zu deutlichen Ertragsausfällen und einem Rückgang des in Thüringen erzeugten Qualitätsgetreides führen. Der traditionelle Anbau von Braugerste würde ebenfalls einen herben Rückschlag erfahren und als Fruchtart „mit Zukunft“, aufgrund ihres geringen Wasserbedarfs, aus dem Anbauplan der landwirtschaftlichen Betriebe verschwinden. Die Fruchtfolgegestaltung würde Zunehmens eingeschränkt und keinen Platz mehr für Artenvielfalt und Biodiversität lassen. Die zum Teil extremen Einschränkungen der Düngung bewirken einen Abbau des Humus im Boden und senken damit die Bodenfruchtbarkeit erheblich, was wiederrum zu Ertragseinbußen führt. Humus ist als Teil der organischen Bodensubstanz unverzichtbar bei der Speicherung des klimaschädlichen CO2. Der Erhalt und Aufbau des Humus ist ein wesentlicher Bestandteil des Ackerbaus.

Angesichts der Tatsache, dass im Erntejahr 2018/19 die produzierte Menge an Getreide den Verbrauch nicht decken kann, ist zu hinterfragen, mit wieviel Weitblick und Sachverstand diese Vorschläge zur Änderung der Düngeverordnung erarbeitet wurden. Denn die Hauptaufgabe der Landwirtinnen und Landwirte ist vordergründig, die gesicherte Versorgung der Gesellschaft mit hochwertigen Lebensmitteln. Ein Erntejahr bezeichnet den Zeitraum zwischen zwei Ernten.

 

Ra’in Katrin Hucke

Hauptgeschäftsführerin des TBV

 

Stellungnahme des TBV zur Landes-Düngeverordnung

Stellungnahme des TBV zur Bundes-Düngeverordnung

2019  Thüringer Bauernverband e.V.
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