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Details zu ökologischen Vorrangflächen noch offen

Kategorie: Aktuell
Erstellt: Montag, 28. Juli 2014 06:10
Geschrieben von Maik

Viele Landwirte planen jetzt ihren Anbau für das nächste Jahr und überlegen ob sie am neuen KULAP teilnehmen. Doch was muss dabei wegen der ab 2015 geltenden Bestimmungen zum Greening beachtet werden? Nun sind mit der Entscheidung über das Direktzahlungen-Durchführungsgesetz vom 13. Juni erste Eckpunkte zur Umsetzung in Deutschland bekannt, über andere Details wird wohl noch bis Oktober verhandelt. Zwei Aspekte des Greenings sind unmittelbar mit dem Ackerland verbunden:

die Anbaudiversifizierung und die ökologischen Vorrangflächen (ÖVF). Folgende Punkte gilt es dabei aktuell zu beachten: Ökologisch wirtschaftende Betriebe und Betriebe mit mindestens 75 % Grünland/Ackerfutter und max. 30 ha Ackerland erfüllen die Vorgaben zur Anbaudiversifizierung und für die ÖVF von vornherein. Konventionelle Betriebe ab 15 Hektar Ackerfläche müssen künftig auf mindestens fünf Prozent des Ackers ökologische Vorrangflächen vorweisen. Zudem müssen Betriebe mit zehn bis 30 Hektar Ackerfläche im Zeitraum zwischen Juni bis 15. Juli mindestens zwei Kulturen und ab 30 Hektar Ackerfläche mindestens drei Kulturen im Anbau haben. Der Anbau von Zwischenfrüchten sowie von Eiweißpflanzen kann als ÖVF angerechnet werden. Beim Zwischenfruchtanbau ist ausschließlich organische Düngung möglich. Wichtig ist außerdem, dass der für das Antragsjahr 2015 maßgebliche Zwischenfruchtanbau erst nach der Ernte im kommenden Jahr zu erfolgen hat. Die Einsaat der Zwischenfrüchte muss nach der Ernte der Vorfrucht bis zum 1. Oktober geschehen und der Bestand muss voraussichtlich bis Mitte Februar des Folgejahres erhalten werden. Die Saatmischungen für die Zwischenfrüchte sollen mindestens zwei Arten beinhalten. Über die Liste der nutzbaren Saaten und den Mischungsanteil wird in Berlin noch beraten. Ein Hektar Zwischenfrüchte wird als 0,3 Hektar Vorrangfläche angerechnet.
Ein Hektar Leguminosen wird als 0,7 Hektar ökologische Vorrangfläche angerechnet. Dabei ist Pflanzenschutz und Düngung gemäß der guten fachlichen Praxis möglich. Eine Liste der tatsächlich nutzbaren Leguminosen wird in Berlin noch beraten. Das Bundesumweltministerium drängt auf eine deutliche Einschränkung des Anbaus auf kleinkörnige Leguminosen sowie auf den Anbauausschluss in sensiblen Gebieten.

Im neuen KULAP 2014, das bis 29. August beantragt werden muss, sind einige Acker-Maßnahmen (A11, A4xx) mit der Greeningverpflichtung „ökologische Vorrangflächen“ (ÖVF) kombinierbar. Jeder Betrieb muss für sich eine Entscheidung treffen, welche ÖVF er in seinem Betrieb im kommenden Jahr wählt, und ob er diese mit dem KULAP kombiniert. Um die Entscheidungen zu erleichtern, haben wir im internen Bereich unserer Website unter Rundschreiben in der Rubrik Greening wichtige Informationen und Beispielrechnungen hinterlegt.