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Bundesagrarminister Christian Schmidt zu Gast in Süd- und Ostthüringen

Kategorie: Aktuell
Erstellt: Montag, 01. September 2014 06:28
Geschrieben von Maik

„Ich bin bereit mich hinzustellen und zu sagen, unsere Landwirte sind keine Tierquäler!“ Diese Aussage traf der Bundesagrarminister Christian Schmidt bei seinem Besuch am 28. August 2014 in Südthüringen zur Imageproblematik der modernen Landwirtschaft. Die Gesellschaft müsse erkennen, dass eine Tierhaltung mit großen Stalleinheiten nicht gleich schlecht ist. Trotzdem sei es wichtig, Fragen der Mast ohne Schwanz kupieren anzugehen. 

Die Südthüringer Landwirte konnten dem Minister zunächst in der Milch-Land GmbH Veilsdorf und anschließend in der Agrargenossenschaft Schalkau Probleme der „Basis“, von der Landwirtschaft vor Ort, nahe bringen. Themen wie Flächenfraß, Pachtpreisproblematik, Novellierung der Düngeverordnung, JGS-Anlagen und der Exportstopp nach Rußland wurden besprochen. Ebenso wurde die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union und die damit verbundenen Planungsunsicherheiten im Hinblick auf das Greening thematisiert. Schmidt versicherte für ein schnelles Ergebnis zu kämpfen. Sein Ziel sei es nicht, die ökologischen Vorrangflächen so zu gestalten, dass eine Stilllegung drohe. „Wer soll die Welt versorgen, wenn nicht wir in den Gunststandorten“, so der Bundesagrarminister. Jedoch seien die Verhandlungen mit den grün geführten Ländern nicht ganz einfach. Zur Exportproblematik äußerte Schmidt, dass sich die Politik mit zwei Dingen befassen müsse: höhere Lagerkapazitäten und neue Markterschließungen. Der Bundesagrarminister wird in Kürze nach China reisen, um dort Gespräche über einen erhöhten Export zu führen. Insgesamt sprach sich Schmidt für eine moderne Landwirtschaft aus, die den Natur- und Tierschutz respektiere. Es dürfe aber nicht vergessen werden, dass auf den Betrieben auch noch gewirtschaftet werden muss. 
Auf Einladung des Kreisbauernverbandes Saale-Orla-Kreis, war Bundesminister Schmidt am Abend in Ostthüringen zu Gast. Mehr als 80 Landwirte aus allen Landkreisen Ostthüringens nutzten die Gelegenheit, mit dem Minister in einem Forum in der Agrarprodukte Ludwigshof e.G. aktuelle Fragen der Agrarpolitik zu diskutieren. Minister Schmidt bekannte sich klar zu einer unternehmerischen Landwirtschaft, zu der auch eine moderne Tierproduktion gehört. Er distanzierte sich klar vom „Kampfbegriff" der Massentierhaltung und forderte die Landwirte auf, in den Dialog mit den Verbrauchern zu gehen.