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DBV-Milchsymposium: Wirtschaftliche Perspektiven für die Milchviehhaltung in Deutschland - jetzt online verfügbar

Am 18. November fand das Milchsymposium des Deutschen Bauernverbandes statt. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz sowie des wachsenden Absatzmarktes für pflanzenbasierte Milchalternativen diskutierten Landwirtinnen und Landwirte mit Expertinnen und Experten des Marktes, der Finanzbranche und der Wissenschaft über die wirtschaftliche Perspektive für milcherzeugende Betriebe. Wie entwickeln sich Kosten und Erlöse in der Milchviehhaltung, wenn mehr Tierwohl umgesetzt wird? Ist die deutsche Milchproduktion im Vergleich zu den Kostenstrukturen anderer EU-Produzenten konkurrenzfähig? Wie schätzen Banken als Finanzgeber die Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung ein?

Marktanalyst Andreas Gorn, AMI, stellte zunächst die aktuelle Lage am Milchmarkt dar. Der Markt zeige sich derzeit stabil, da ein geringes Milchangebot (im November 2021 -2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) einer regen Nachfrage gegenübersteht. Dies könne zu weiter ansteigenden Erzeugerpreisen führen (Prognose für Ende 2021: 39 Cent je Kilogramm konventionell erzeugte Standardmilch). Die Nachfrage privater Haushalte nach pflanzlichen Milchalternativen habe sich Gorn zufolge seit 2015 nahezu verdreifacht, jedoch ausgehend von einem niedrigen Niveau. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlten im vergangenen Jahr für Soja- und Haferdrinks mehr als doppelt so viel wie für Kuhmilch.

Im Anschluss beschrieb Agrarberater Dr. Stefan Weber die Auswirkungen von tierwohlsteigernden Maßnahmen auf die wirtschaftliche Situation ostdeutscher Milchviehbetriebe. Demnach verursache die Bereitstellung eines Tier-Fressplatzverhältnisses von 1:1 und die damit verbundene Bestandsabstockung um 30 Prozent Mehrkosten in Höhe von 2,7 Cent je Kilogramm ECM. Entscheiden sich Betriebe dazu, einen Laufhof mit einer Fläche von 4 m² je Kuh zu bauen, steigen die Produktionskosten um 0,4 Cent je Kilogramm ECM (Kosten: 150 €/m² Auslauffläche). Weber zufolge war in den letzten Jahren keine vollkostendeckende Milchproduktion möglich. Und trotz der im Jahresverlauf deutlich verbesserten Erlössituation blieb durch die stark gestiegenen Kosten das Gesamtergebnis aus Erzeugersicht unbefriedigend.

Gerald Hein von der Deutschen Kreditbank betrachtete die Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung aus Sicht eines Geldgebers. Seit 2015 spürt er eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft seitens der ostdeutschen Milchkuhbetriebe. Viele würden die Tierhaltung aufgeben, um sich auf den Ackerbau oder auf Einkommensalternativen zu konzentrieren. Im Schnitt der letzten Jahre hätte sich gezeigt, dass Milchviehbetriebe bei einem Milchpreis von 33 Cent je Kilogramm in der Lage waren, ihren Kapitaldienstverpflichtungen nachzukommen. In den Krisenjahren 2008/2009 und 2015/2016 mussten viele Unternehmen hingegen Liquiditätshilfen in Anspruch nehmen. Insbesondere Betriebe mit einer Verschuldung von 7.500 Euro je Kuhplatz seien krisenanfällig, da sie hohe Tilgungsleistungen zu tragen hätten, sagte Hein.

Judit Kühl, General Director der European Dairy Farmers, verglich betriebswirtschaftliche Kennzahlen der deutschen Milchproduktion mit denen anderer EU-Staaten. Zum Abschluss beschrieb Hauke Tergast vom Thünen-Institut den Strukturwandel in der deutschen Milchviehhaltung. .

Das Milchsymposium kann unter https://www.youtube.com/watch?v=QCX4k68lkw8&ab_channel=DieDeutschenBauern angesehen werden.

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