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Mitteldeutscher Schweinetag 2021: Zukunftsfähigkeit und Afrikanische Schweinepest bestimmen die Agenda

Am 11. November diskutierten über 100 Schweinehalterinnen und Schweinehalter sowie Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und der Tierärzteschaft in Halle über die Zukunftsfähigkeit der Schweinehaltung. Anlass der Fachtagung sind die zahlreichen Herausforderungen, vor denen mehr als 600 mitteldeutsche Schweinebäuerinnen und Schweinebauern mit ihren 2,1 Millionen Tieren derzeit stehen.

Am Vormittag ging es zunächst um die politischen, gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Schweinehaltung. Nach Philipp Schulze Esking, Mitglied der Borchert-Kommission, müsse der Berufsstand den hohen Tierwohlanforderungen der Gesellschaft nachkommen. Die Frage sei nur, wann die neue Bundesregierung ein schlüssiges Konzept zur Refinanzierung der dadurch verursachten Mehrkosten vorlegt und umsetzt. „Dies muss im ersten Halbjahr 2022 geschehen“, sagte Esking. Ihm zufolge sei für den Umbau der Tierhaltung die Höhe und Ausgestaltung der Tierwohlprämie von entscheidender Bedeutung. Da diese die laufenden tierwohlbedingten Mehrkosten ausgleichen soll, müsse sie Betrieben für 20 Jahre vertraglich zugesichert werden. „Dies wäre ein wichtiger Schritt hin zu mehr Planungssicherheit“, erklärte Esking.

Agrarökonom Stefan Leuer ging anschließend der Frage nach, wie sich tierwohlsteigernde Maßnahmen auf die wirtschaftliche Situation eines Betriebes mit Schweinehaltung auswirken. Demnach verursache die Bereitstellung von mehr Platz für das Einzeltier die meisten Kosten. Je nach Haltungsstufe des staatlich geplanten Tierwohllabels oder des Haltungskennzeichens des Lebensmitteleinzelhandels entstünden im Vergleich zum gesetzlichen Standard zwischen 2 und 25 Euro Mehrkosten je Mastschwein. Für die Raufuttervorlage kämen zwischen 1,50 und 1,80 Euro je Tier hinzu (Raufutterautomat vs. Strohraufe). Betriebe, die gemäß der Stufe 3 des Handelskennzeichens produzieren möchten, sollten auch die Kosten für gentechnikfreie Futtermittel nicht unterschätzen. Eine höhere Tierwohlstufe könne zudem den Arbeitszeitbedarf ohne weiteres verdoppeln. „Doch wo sollen die Arbeitskräfte bei dem aktuellen Fachkräftemangel herkommen?“, gab Leuer zu bedenken.

Weitere Vorträge befassten sich mit Umbaumöglichkeiten für ältere Stallanlagen, der Ferkelkastration unter Betäubung sowie der stickstoff- und phosphorreduzierten Fütterung. Am Vorabend wurden bereits die Gefahren und Perspektiven für schweinehaltende Betriebe in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest diskutiert.

Medieninformation des Thüringer Bauernverbandes anlässlich des Mitteldeutschen Schweinetages

 

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